In Wirtschaft schon gar nicht.“
„Spar dir deinen Spott!“, fuhr Clara Walter mich an und wurde schriller. „Felix Huber hat vor drei Jahren hier mit eigenen Händen Laminat verlegt! Und die Fußleisten hat er auch angenagelt! Wir haben alles sauber durchgerechnet. Du verkaufst die Wohnung, die Hälfte bekommt Felix Huber als Anzahlung, und für dich reicht irgendein Einzimmerloch am Stadtrand. Allein brauchst du nicht mehr. Einen Mann findest du ohnehin nicht mehr, also schaffst du dir eben vierzig Katzen an!“
„Clara Walter, Felix’ Laminat ist natürlich ein Kulturgut von internationalem Rang“, sagte ich und nickte ernst.
„Ihre Dreistigkeit wächst schneller als jede Teuerungsrate. Wissen Sie, an wen Sie mich erinnern? An dieses aufgeblasene Märchenungeziefer: mit den Fühlern wackeln, das Kostbarste verlangen und am Ende doch nur ein Käfer mit Größenwahn sein.“
„Du…! Genau deshalb ist er vor dir davongelaufen! Sitzt hier und spielst die Schlaue! Wer soll dich mit achtundvierzig noch wollen, alte Jungfer mit einem Anhänger voller Bücher?“
„Mama hat recht“, bekam Felix Huber plötzlich Mut. „Sophie, jetzt sei doch menschlich. Ich habe eine Familie. Ein Kind kommt. Ich bin doch kein Fremder, ich habe dir meine zehn besten Jahre gegeben.“
„Felix, deine sogenannten besten Jahre hast du dermaßen konsequent auf meinem Sofa verbracht, dass dort noch immer eine Delle in Form deines Hinterteils existiert. Rechnen wir die bei der Vermögensaufteilung auch mit ein? Und als du gegangen bist, hast du gebrüllt, ein echter Mann würde Berge versetzen. Was ist passiert? Waren die Berge kostenpflichtig und die Hypothek zu bissig?“
„Wo soll er denn bei diesen Preisen das Geld hernehmen?! Dir ist es doch bloß zu schade!“, kreischte Mila Simon und klatschte ein ausgedrucktes Blatt auf den Tisch.
„Du vertrocknest hier noch an deinem Stolz! Da, wir haben etwas vorbereitet. Eine Vereinbarung über die Erstattung der Renovierungskosten! Unterschreib, dass du Felix Huber die Hälfte des Wohnungswertes in bar auszahlst, sonst zerren wir dich wegen seiner Investitionen durch alle Instanzen!“
Ich starrte auf dieses Meisterwerk juristischer Fantasie. „Vereinbarung“ stand darüber, ausgedruckt offenbar auf einem sterbenden Drucker in Mila Simons Buchhaltung, mit blassen Streifen quer über die Seite. Erst kicherte ich nur leise. Dann brach es aus mir heraus, laut, hemmungslos, bis mir die Tränen kamen und ich den Kopf in den Nacken warf.
