— Hier ist mein Haus und mein Kind. Danke, dass Sie sich an Ihre Rolle halten!
Wenn Marie ihr den Rücken zukehrte, kümmerte sich Ben um Timo. Er wiegte ihn, beruhigte ihn und teilte sogar die spärliche Mahlzeit mit ihm, die man ihm zugestand:
— Hier… iss du. Ich kann warten.
Und trotz des Hungers, trotz der Ungerechtigkeit lächelte er. Ein zerbrechliches Lächeln, unschuldig, fast leuchtend in seinem abgemagerten Gesicht – ein Lächeln, das jedem das Herz brach, der es sah.
Im Haus lebte auch Rosa, eine alternde schwarze Hündin, die schon da war, als Bens Mutter noch lebte. Nie hatte sie auch nur den geringsten Anflug von Aggression gezeigt.
Doch an diesem Tag, als Ben mit seinem kleinen Bruder im Arm den Hof überquerte, stürzte Rosa plötzlich wie eine Furie auf ihn zu und bellte lautstark, während sie heftig an seiner Hose zerrte.
Marie, die gerade dem Baby etwas zu essen geben wollte, schrie sofort:
— Drecksvieh! Wie kannst du es wagen, mein Kind anzugreifen!
Sie griff nach einem Besen und war bereit zuzuschlagen.
Doch Rosa griff nicht das Kind an. Sie hatte es auf das gestreifte Matrosenshirt abgesehen – sie biss hinein, zerrte daran und knurrte so heftig, als wolle sie einen unsichtbaren Feind herausreißen.
