Der Geruch von Tabak und Maschinenöl hing schwer in der Jacke. Mia Krause schlüpfte hastig in ihre Turnschuhe, ohne sich die Mühe zu machen, die Schnürsenkel zu binden. Sie griff nach der leichten Stofftasche; ihre Finger ertasteten den Reisepass und mehrere gefaltete Dokumente. Dann wandte sie sich an Michael Braun.
„Und was ist mit Ihnen? Ich kann Sie hier doch nicht allein lassen.“
Er antwortete nicht sofort, sondern öffnete vorsichtig die Tür und spähte in den Flur hinaus. Erst als er sicher war, dass niemand dort war, bedeutete er ihr mit einer knappen Handbewegung zu folgen. „Bleib dicht hinter mir. Und tritt nicht auf die knarrenden Stufen.“
Sie nahmen die schmale Hintertreppe, die sonst nur vom Personal benutzt worden war, als man die Hochzeit vorbereitet hatte. Unten erreichten sie einen düsteren Abstellraum. Es roch nach eingelagerten Äpfeln und feuchtem Holz. Michael Braun schob einen schweren Kartoffelsack zur Seite und legte eine niedrige Tür frei. Dahinter zeichneten sich im fahlen Licht die Umrisse eines Gewächshauses und der Beete ab.
„Geh geradeaus“, wies er sie leise an. „Kein Abbiegen. Hinter dem Zaun verläuft ein Feldweg. Dort wartet ein Mann mit einem Wagen. Sein Name ist Johann Bergmann. Er bringt dich an einen Ort, wo dich niemand findet.“
„Michael Braun…“ Mia packte seinen Ärmel; sie spürte, wie sehr ihre Hände zitterten. „Was geht hier vor sich? Wer sind diese Leute? Und wo ist Alexander Möller?“
