«Ich habe die Unterlagen unterschrieben.» — sagte sie ruhig im Café und ließ ihn fassungslos zurück

Ihre stoische Würde war bewundernswert, seine Berechnung verabscheuenswert.
Geschichten

Mein Ehemann legte die Scheidungsunterlagen mit einem selbstzufriedenen Lächeln auf unseren Esstisch und stellte mich vor die Wahl: „Entweder du akzeptierst meine Geliebte, oder wir trennen uns.“ Ohne zu zögern setzte ich meine Unterschrift darunter. Die Farbe wich aus seinem Gesicht. „Nein, warte … das hast du falsch verstanden …“

Als Sebastian Krämer die Mappe vor mir ausbreitete, wirkte er beinahe gelöst. Wir saßen an genau dem Tisch, an dem wir zwölf Jahre lang gefrühstückt, Urlaube geplant und seine beruflichen Erfolge gefeiert hatten. Mit auffallender Ruhe erklärte er, ich müsse mich entweder mit der anderen Frau arrangieren oder die Ehe sei beendet.

Er sah mich nicht einmal richtig an. Offenbar rechnete er damit, dass ich in Tränen ausbrechen, verhandeln oder ihn anflehen würde. Doch nichts davon geschah.

Ich heiße Katharina Brandt, bin neununddreißig Jahre alt und habe mein Leben stets mit Konsequenz geführt. Seit Monaten ahnte ich, dass er mich betrügt: abrupt beendete Telefonate, angebliche Geschäftsreisen am Freitag, ein fremder Duft an seinen Hemden. Trotzdem hätte ich nie erwartet, dass er mir die Scheidung als Druckmittel präsentiert, um seine Affäre offiziell zu machen. Ich nahm die Papiere, las jede einzelne Zeile aufmerksam durch und unterschrieb ohne das geringste Zögern.

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