„Mach’s gut, Mama!“ — verabschiedete sich ihr Sohn Markus fröhlich, nachdem er ihre Konten leergeräumt und ein Haus verkauft hatte

Unfassbar herzlos, doch ich werde stärker.
Geschichten

Zudem musste ich Berger, meine Mieter, unverzüglich informieren und sie über die Situation in Kenntnis setzen. Parallel dazu begann ich, belastbares Material zusammenzutragen, um Markus Köhler wegen Betrugs eindeutig zur Verantwortung ziehen zu können. Doch während ich diese Punkte ordnete und sorgfältig notierte, kroch eine tiefe Unruhe in mir hoch. War ich wirklich bereit, meinen eigenen Sohn anzuzeigen? Allein der Gedanke daran ließ mich innehalten. Vor meinem inneren Auge erschien nicht der Mann von heute, sondern der Junge von damals – das Kind, das meine Nächte mit seinem Lachen erfüllte, dessen Schulzeugnisse ich stolz aufbewahrte und dem ich über Jahre hinweg bedingungslos Zuneigung geschenkt hatte.

Je genauer ich jedoch jede einzelne Begebenheit analysierte, desto klarer erkannte ich, wie gleichgültig er mit meinen Rücklagen umgegangen war – mit all dem, wofür ich jahrzehntelang gearbeitet und verzichtet hatte. Seine Selbstbezogenheit trat schmerzhaft deutlich zutage. Ja, er hatte stets Unterstützung gebraucht, doch sein Verhalten verlieh diesem Bedürfnis einen bitteren, fast grausamen Beigeschmack. Mir wurde bewusst, dass es nun meine Pflicht war, das zu schützen, was ich mir aufgebaut hatte.

Der innere Weg von der Angst, meinen Sohn zu verlieren, hin zu der entschlossenen Entscheidung, meine Lebensleistung zu verteidigen, war lang und zermürbend. Während ich diese Gedanken zu Ende führte, verstand ich, dass dieser Schritt – so schmerzhaft er auch war – unausweichlich blieb. Es bedeutete, Abschied zu nehmen von dem Markus Köhler, den ich zu kennen geglaubt hatte, von einer Vorstellung, die vielleicht längst verloren war. Tage vergingen, wurden zu Wochen, in denen ich mich innerlich auf die Konfrontation und die Wahrheit vorbereitete.

Als schließlich das Verfahren eröffnet wurde, spürte ich eine Stärke in mir, die ich zuvor nie gekannt hatte.

Schlussgedanken

Diese außergewöhnliche Erfahrung hat mir die wahre Bedeutung von Muttersein und Vertrauen vor Augen geführt. Zuneigung ist kein einseitiges Versprechen; Liebe und Glaube an einen Menschen müssen stets von Respekt und wacher Aufmerksamkeit begleitet werden. Irgendwo in der Ferne lebt mein einstiger Sohn, gefangen in den Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen. Ich hingegen stehe aufrecht da – unabhängig, geachtet und bereit, eine Zukunft zu gestalten, die allein mir gehört.

Fortsetzung des Artikels

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