„Mach’s gut, Mama!“ — verabschiedete sich ihr Sohn Markus fröhlich, nachdem er ihre Konten leergeräumt und ein Haus verkauft hatte

Unfassbar herzlos, doch ich werde stärker.
Geschichten

Der eigentliche Schlag traf mich erst Sekunden später, als mir die Bedeutung seiner Worte vollständig bewusst wurde. Mit erstarrter Stimme fragte ich nach: Ob er gerade wirklich meine Immobilie verkauft habe. Markus reagierte überschwänglich, beinahe berauscht. Er schwärmte von einem angeblich hervorragenden Erlös von rund 340.000 Euro und tat meine Einwände als unnötige Sorgen ab. Noch bevor ich etwas erwidern konnte, war die Verbindung unterbrochen. Ich stand reglos da, das Telefon fest umklammert, und spürte ein schweres, bitteres Gefühl von Verrat.

Doch im Laufe der folgenden Stunden verschob sich etwas in mir. Die lähmende Panik wich einer merkwürdigen Klarheit, dann sogar einem leisen, kontrollierten Lachen. Die Immobilie, die Markus ohne mein Wissen veräußert hatte, war nicht mein Zuhause. Es handelte sich um das vermietete Objekt.

Aus steuerlichen Gründen lief dieses Haus zwar offiziell auf meinen Namen, doch es war seit Jahren an Mieter vergeben und rechtlich gebunden. Mein tatsächliches Wohnhaus, schuldenfrei und mein Lebensmittelpunkt, hatte einen Marktwert von fast 600.000 Euro. Davon wusste Markus nichts. Er hatte keine Ahnung von der juristischen Trennung zwischen beiden Immobilien.

Das Lachen verebbte rasch. An seine Stelle trat nüchterne Entschlossenheit. Mir war klar, dass dieser Verkauf unweigerlich rechtliche Folgen haben würde. Die neuen Eigentümer würden bald erfahren, dass ein gültiger Mietvertrag bestand. Die Bewohner würden bleiben, und Markus sähe sich mit Anzeigen wegen Vertrauensmissbrauchs und womöglich sogar strafrechtlichen Vorwürfen konfrontiert.

Ich wusste mit absoluter Sicherheit, dass ich ihm niemals eine Vollmacht erteilt hatte. Die Unterlagen, auf die er sich berief, konnten nur gefälscht oder durch Täuschung erlangt worden sein. Während ich meinen Kaffee trank, begann ich, gedanklich einen präzisen Maßnahmenplan zu erstellen: eine Anzeige wegen Identitäts- und Dokumentenmissbrauchs, die sofortige Kontaktaufnahme mit der Betrugsabteilung meiner Bank, die Beauftragung eines spezialisierten Anwalts und schließlich die Absicherung aller weiteren Schritte, um mein Eigentum und meine Interessen umfassend zu schützen.

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